Seniorenseminar 2014 des BSVMV

Das „Seniorenseminar 2014“ fand in der Zeit vom 19.10. bis 23.10. im Aura Hotel „Ostseeperlen Boltenhagen" statt. Die Leitung und Moderation wurde von Bernd Uhlig aus Greifswald übernommen, der gleichzeitig für die Themen- und Ablaufplanung mit Unterstützung von Herrn Bannert aus der Landesgeschäftsstelle (LGSt) zuständig war.

Das Seminar besuchten 13 Teilnehmer. Die Altersstruktur bewegte sich zwischen 66 und 76 Jahren.

Für den ersten Tag stand nach der Begrüßung und Vorstellungsrunde, zu der auch der Landesvorsitzende Herr Etter anwesend war, ein  Workshop „Tanzen für Blinde“ auf dem Programm.  Die Tanzpädagogin Sabine Rosenberg aus Schwerin hatte sich nach einer telefonischen Konsultation mit Herrn Uhlig sehr gut überlegt, wie sie mit uns den Workshop gestalten und alle gemeinsam auf die Tanzfläche bekommen könnte. So zeigte uns Frau Rosenberg einmal Gesellschaftstänze der verschiedenen Epochen, wie sie in der Zeit der Renaissance, des Barock, des Rokoko und zum anderen zu Beginn des 20. Jahrhundert in Berlin getanzt wurden. Für Frau Rosenberg war, wie sie abschließend einschätzte, die Arbeit mit blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen beruflich auch eine neue Herausforderung und Erfahrung.

Am zweiten Tag stand das Thema „Sexualität im Alter“ unter Hinzuziehung des Filmes „Wolke Neun“ auf der Tagesordnung. Frau Bever von der Landesfachstelle für sexuelle Gesundheit und Familienplanung Rostock war sehr gut vorbereitet, obwohl sie, wie sie uns später gestand, das erste Mal vor und mit solchen Kursteilnehmern über dieses Thema gesprochen hatte. Nachdem jeder seine Erwartungen von dem Thema geäußert hatte, sprach Frau Bever über die veränderte Bedeutung und den gestiegenen offenen Umgang mit der Sexualität im Alter, aber auch über die Probleme, die sich rein biologisch im Alter ergeben und wie man ihnen begegnen oder sie sogar hinauszögern kann. Es fand ein sehr offener Meinungsaustausch mit einer Vielzahl von interessanten Fragen zwischen der Referentin und den Teilnehmern statt, wobei auch sehr viel gelacht wurde. Frau Bever bot unseren Teilnehmern an, auch gern weiterhin für Fragen, die telefonisch an sie gestellt werden könnten, zur Verfügung zu stehen. Fast alle Seminarteilnehmer waren an einer Fortsetzung dieses Seminarthemas interessiert.

Nachdem am Vormittag zwar über ein sehr bewegtes Thema gesprochen wurde, die körperliche Betätigung aber fehlte, war für den Nachmittag mit dem gemeinsamen Besuch der „Ostseetherme Boltenhagen“ aktive Bewegung für alle Kursteilnehmer angesagt und natürlich auch praktiziert worden. 

Der von Frau und Herrn Fischer gestaltete „Plattdeutsche Abend“ fand ebenfalls großen Anklang. Frau Fischer stellte mit ihrer Rezitation die bedeutendsten Dichter, die ihre Werke in plattdeutscher Sprache verfassten, vor und lud bei bekannten Liedern zum Mitsingen ein, während Herr Fischer sie am Klavier begleitete.

Der Vormittag am dritten Tag war ganz den Möglichkeiten und der Wirkung von Wellness gewidmet. Die Physiotherapeutin Frau Hoppe erklärte den Teilnehmer erst einmal, was sich hinter dem Begriff „Wellness“ verbirgt und ging dann auf die einzelnen Bestandteile ein. Sie gab einen Einblick in die „Welt der Heilkräuter“ und deren verschiedene Anwendungs-bereiche,  angefangen von Tees bis hin zu Cremes und Ölen. Dabei erhielten wir auch einige wertvolle Tipps zur Selbstherstellung. Die meisten hörten zum ersten mal etwas von Klang-, Schüssel- und Heißer Steinmassage. Dazu hatte Frau Hoppe auch die dabei zum Einsatz kommenden Gegenstände nicht nur zum Anfassen und Hören mitgebracht, nein, auch zum Ausprobieren bestand für jeden die Möglichkeit. Es war schon beeindruckend, die Schwingungen  verschiedener Klangschalen und die Wärme der Steine auf dem eigenen  Körper zu spüren. Frau Hoppe war es mit ihrem Vortrag gelungen, sehr überzeugend und eindrucksvoll darzustellen, dass die Möglichkeiten und die Wirkung von Wellness ein sehr bedeutender Wohlfühlfaktor bis ins hohe Lebensalter sein können.      

Zu aktiven Bewegungen und interessanten Begegnungen zwischen Mensch und Tier kam es dann am Nachmittag bei unserem Besuch im Erlebnis- und Tigerpark in Dassow.  Der Abschluss unseres Besuches war die beeindruckende Tigerschau. Vater und Tochter Farell zeigten uns in einer nahezu  einstündigen Vorführung, was sie mit den großen und gefährlichen Tieren eingeübt hatten. 

Am vierten Tag stand uns Rechtsanwalt Klaus Düsterhöft nach einem sehr interessanten Vortrag zu Fragen zur Verfügung. Herr Düsterhöft gestaltete seinen Vortrag ganz nach unseren Wünschen. Dazu hatte sich der Moderator im Vorfeld mit den Kursteilnehmern in Verbindung gesetzt und die gewünschten Schwerpunktthemen recherchiert. Durch Herrn Düsterhöft erfuhren wir Grundsätzliches, Wichtiges und zu Beachtendes über Erbrecht und Testament sowie die Patientenverfügung und die Pflegevollmacht. In dem Frage-Antwort-Teil beantwortete Herr Düsterhöft die Fragen Einzelner so umfassend und verständlich, dass jeder, auch wenn er nicht der Fragesteller war, davon profitierte.

Der Nachmittag in der Kerzenhalle diente wieder der Entspannung. Unter der Anleitung von Fachkräften konnten wir, ganz nach Wunsch, Kerzen in verschiedenen Formen und Farben herstellen.

Am 23.10. (Donnerstag) stand für den Vormittag die Auswertung des „Seniorenseminars“ und der Ausblick auf eine zukünftige Veranstaltung auf der Tagesordnung. Durchweg gab es für alle Seminarthemen, ihre zeitliche Einordnung, für die Referenten, die aktive Nachmittag- und Abendgestaltung sowie für die Leitung und Moderation sehr positives Feedback. Dank und Anerkennung auch an das Servicepersonal im Haus „Seeschlösschen“ für die gute Bewirtung und Betreuung. Das Seniorenseminar wurde von allen Teilnehmern als sehr vielseitig, informativ und hochwertig eingeschätzt. Hervorzuheben sei auch, dass von Beginn an eine sehr gute Atmosphäre und ein Miteinander bestanden und es zu keiner sogenannten „Gruppenbildung“ gekommen ist.

Für das geplante Seniorenseminar im kommenden Jahr wurden im Laufe des Gesprächs auch eine Vielzahl neuer Themenwünsche geäußert, deren Umsetzung geprüft werden und wenn möglich, in die Planung eingebunden wird.

Bei den MitarbeiterInnen der Landesgeschäftsstelle möchte ich mich herzlich bedanken, konkret bei  Frau French für die erfolgreiche Recherche nach einem für die Senioren günstigen und vor allem ungekürzten Termin für das Seniorenseminar und bei Herrn Bannert für die gute Unterstützung bei der Seminarvorbereitung und der Suche nach Referenten.

Unser Dank gilt der AOK Nordost für die Förderung unseres Seniorenseminars, ohne die eine Durchführung in der hohen Qualität nicht möglich gewesen wäre.

Bernd Uhlig
Leitung und Moderation des Seniorenseminar 2014