RBA-Woche 22.-26. Februar 2015

Rehabilitation zur Bewältigung des Alltags – kurz RBA – ist eine Institution für blinde und sehbehinderte Menschen, um mit den Tücken des Alltags in einer sehenden Welt besser zurechtzukommen. Ende Februar  fand dieses Seminar im Aura-Hotel „Seeschlösschen“ in Boltenhagen zum 30. Mal statt. Frau Krause, das Urgestein der RBA begrüßte die 11 Teilnehmer und Teilnehmerinnen.

 

Für alle begann an diesem Sonntag  eine Woche, gefüllt mit Informationen, Übungen und wertvollen Gesprächen.  Auch für die Angehörigen – dieses Mal waren ausschließlich Ehepartner und-partnerinnen mit von der Partie – waren diese Tage voller Aha-Erlebnisse.
In der Vorstellungsrunde erfuhren alle, mit wem sie es in den nächsten Tagen zu tun hatten. Die gestrenge Moderatorin der Veranstaltung, Frau Krause,  steuerte viele wertvolle Erfahrungen und Aufmunterungen aus ihrem Berufsleben und ihrem persönlichen Leben bei.
Herr Brill, Rehabilitationslehrer für Blinde und Sehbehinderte, hat schon vielen blinden oder stark sehbehinderten Menschen geholfen, den steinigen Weg, die verschlungenen Pfade des Lebens weiter zu gehen. Er moderierte, unterstützte und unterhielt mit Anekdoten aus seiner beruflichen Erfahrung.

Das Team wurde ergänzt durch Frau Oeler,  die ebenfalls sehbehinderte Assistentin und Frau Bernsdorf vom BGIT Projekt, die sehende Assistenz.
Auch die Teilnehmer stellten sich vor und erfuhren voneinander, dass sie mit ihren – oft leidvollen - Erfahrungen und Problemen nicht allein dastehen. Dass sie oft eine ähnliche Odyssee durch die Ärzte- oder Ämterlandschaft durchlebt haben.

Jeder Tag, einschließlich der Abende, war en durchgeplant. Die Themen waren für alle interessant und vor allem relevant für die Alltagsbewältigung. Die sehenden Angehörigen wurden mithilfe einer Verdunklungsbrille zumindest zeitweilig in den nichtsehenden Zustand versetzt.
Der erste Nachmittag und Abend war der Sinnesschulung vorbehalten. Gehör, Geruch und Geschmack wurden mit Instrumenten, diversen Pröbchen und exotischen Früchten aktiviert.

Das Training von Mobilität und lebenspraktische Fähigkeiten stand auf dem Plan für die nächsten beiden Tage: Fühlen der Beschaffenheit des Untergrunds mit den Fußsohlen, Formen mithilfe des Stockes ertasten, das Gehör in Räumen erproben, all das dient dem Zurechtfinden in bekannten und unbekannten Räumen und wurde ausprobiert.
Frau Heise stellte zahlreiche Gegenstände zur Schulung der LPF (lebenspraktische Fähigkeiten) vor und alle erprobten den salonfähigen Umgang mit Messer und Gabel, schälten Kartoffeln, zerteilten Äpfel. 
An der Brailleschrift, die auch Blinden das Lesen von Büchern ermöglicht versuchten sich alle am folgenden Nachmittag

Raimon Jordt und die Ausbildung eines Blindenführhundes, die Vorstellung von Hilfmittelfirmen und die Erprobung ihrer mitgebrachten Sehhilfen – das interessierte alle. 

Der kenntnisreiche Vortrag des blinden Juristen Klaus Düsterhöft erhellte den schwierigen Umgang mit Anträgen, Bescheiden, Widersprüchen und nun fällt der Umgang mit Ämtern und Behörden leichter.

Getrennte Gespräche für die Betroffenen und ihre Angehörigen ermöglichten es, in der jeweiligen Gruppe, sich mal Luft zu machen, sich gegenseitig zu beraten und zu unterstützen. Dieser Austausch war sehr intensiv und wurde sehr geschätzt.

Abschließend gab es von allen Teilnehmern und Teilnehmerinnen positive Rückmeldungen für die Gestaltung der Woche, die gute Organisation und die liebevolle und aufmerksame Betreuung im Haus „Seeschlösschen“. Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnnen fuhren mit wertvollen  Tipps und Anregungen nach Hause. 

Gabriela Luise Bernsdorf
Projektleiterin

Systematische Beratung, Begleitung und Unterstützung
bei der beruflichen und gesellschaftlichen Integration und Teilhabe
blinder und sehbehinderter Menschen in MV

Neu – ab 1. März 2015

Inklusionsprojekt visionA