„Der Führhund – bewährte tierische Assistenz seit 100 Jahren“

Unter diesem Motto steht ein ganzes Projektjahr mit unterschiedlichen Angeboten und Aktionen rund um das Thema „100 Jahre systematische Blindenführhundausbildung in Deutschland“

Eröffnet wurde das Projekt mit der Wanderausstellung „Helfer auf 4 Pfoten“ im Berliner Kleisthaus durch die Bundesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung Frau Verena Bentele. Diese Wanderausstellung tourt nun durch Deutschland. Tourtermin kann jeder auf der Internetseite des DBSV nachlesen. Ich hatte die Gelegenheit die Eröffnungsveranstaltung mit zu erleben und kann diese Ausstellung nur empfehlen.

Vom 15.09. – 18.09.2016 fand das bundesweite Blindenführhundhaltertreffen in Berlin im Holiday Inn Berlin City East statt. Die langwierigen Vorbereitung, das Mitgestalten und dabei sein waren aufregend, herausfordernd und reich an Erfahrungen und Erlebnissen.
In der Rückschau können wir auf eine sehr gut gelungene Veranstaltung mit einem vielseitigen Programm und guter Organisation der Abläufe zurückblicken.

Die Anreise war durch umfangreiche präzise Wegbeschreibungen und dem Begleitservice vom Hauptbahnhof zum Hotel unterstützt.

Während des gesamten Treffens standen uns aufmerksame Helferinnen und Helfer aufmerksam und freundlich ehrenamtlich zur Seite. Die Unterstützung durch ehrenamtliche Assistenz hat mich besonders begeistert. Ein umzäuntes großzügiges Gelände stand für den Freilauf der Vierbeiner zur Verfügung.

Das Programm war vielseitig ausgestaltet. An zwei Abenden wurden wir durch die Band Piano Boogie Band. Besonders am Freitagabend unterstrich die musikalische Unterhaltung den Charakter des festlichen Abendbüfetts.  Für Grußwort bzw. Videogrußwortbotschaft konnten wir Frau  Dr. Carla Meyerhoff-Grienberger, Leiterin des Referats Hilfsmittel in der Abteilung Gesundheit des GKV Spitzenverbandes. Diese Abteilung sucht die Zusammenarbeit mit der Selbsthilfevertretung, um die Qualität des Hilfsmittel Blindenführhund zu verbessern. Frau Verena Bentele Bundesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderung begrüßte in ihrer Videobotschaft das Engagement der Blindenführhundselbsthilfe und betonte, dass sie sich für die Verbesserung der Bedingungen für alle Assistenzhunde und deren Halterinnen und Halter einsetzt. Besonders beeindruckend war das Grußwort von Renate Kokartis. Sie schaute auf ein Leben mit Blindenführhund seit 30 Jahren zurück und konnte aus ihrem Engagement als Bundessprecherin Interessantes berichten. Sie hat den Bundesarbeitskreis 18 Jahre geleitet.

Am Freitag den 16.09.16 starteten wir einen Aktionstag auf dem Alexanderplatz. Eine eingeübte Formation bot eindrucksvolle Pressefotos. Wir informierten interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Touristen Berlins über den Umgang mit dem Blindenführhund und luden ein das einzig lebendige in Deutschland anerkannte Hilfsmittel näher kenn zu lernen und bei Mitmachaktionen mit Freude dabei zu sein. Das schöne Wetter war mit uns und so wurde es ein erfolgreicher Aktionstag.

Am Sonnabend den 17.09.16 führte Herr Prof. Thomas Kahlisch durch das internationale Programm. So konnten wir dem Grußwort von David Adams (Präsident der EGDF European Guidedog Federation) und der Geschäftsführerin Judith Jones lauschen. Sie berichteten über das aktive Wirken der Organisation mit dem Ziel die Zugangsrechte für Assistenzhundehalter/innen und speziell für Blindenführhundhalter/innen in Europa zu verbessern und die Rechte zu stärken.

Das Buch und Hörbuch „100 Jahre Führhund Kulturgeschichte einer Partnerschaft“ ist auch ein Teil des Gesamtprojektes und bringt interessante Fakten zum Führhund an den Tag. Eine Lesung mit der wunderbaren Hörbuchsprecherin Katrin Machel und dem Buchautor Detlef  Berentzen  sind ein Hochgenuss, der den Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu Teil wurde.

Nach der geschichtlichen Wanderung wurden wir auf sehr erfrischende Weise mit dem Wandel der Trainingsmethoden in der Hundeausbildung allgemein und der Blindenführhundausbildung speziell durch die Hundetrainerin und Autorin Sabine Winkler informiert Herr Mag med. vet. Karl Weissenbacher führte in die Regelungen des Assistenzhundewesen und der verschiedenen Qualitätsprüfungen und damit eingeschlossen sind auch die Blindenführhunde, in Österreich ein.

Eine Vertreterin / ein Vertreter der Deutschen Blindenführhundschulen (DBFSHS e. V.) konnte leider nicht wie geplant den Referatsteil ausfüllen. Dies war sehr bedauerlich. Eine spontan und kurzfristig vorbereitete Podiumsdiskussion regte zum Denken an und sorgte für weitere Gespräche im Nachgang der Podiumsrunde unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern.

Die wunderbare Schauspielerin Babara Auer und der Lyriker und Autor Christian Mainz schenkten mit ihrer Lesung „Ottos Mops“ gute Laune, Entspannung und fröhliches Lachen und bescherten uns damit einen entspannten Abend.

Die Schnitzeljagd am Sonntag bildete einen runden Abschluss für Mensch und Hund.

Zusammenfassend kann ich aus meiner Sicht sagen, dass uns eine gute und abwechslungsreiche Jubiläumsveranstaltung gelungen ist mit der großen Förderunterstützung durch Aktion Mensch, mit Hilfe von engagierten ehrenamtlichen Helfer/innen, dem Behindertenbegleitdienst Berlin und dem aufmerksamen Hotelpersonal konnten alle Abläufe reibungslos erfolgen und alle Teilnehmer/innen sich sicher und wohl fühlen. Danke an alle Unterstützer.

Katharina Odening
Blindenführhundhaltersprecherin des BSVMV  

Bildbeschreibung

 

Mehrere Blindenfürhundhalter/innen sitzen auf der Umrandung des Neptunbrunnens auf dem Alexanderplatz und sind im Gespräch, sie haben alle eine gelbe Warnweste an. Die Blindenführhunde liegen bzw. stehen vor ihnen. Zwei Blindenführhunde stehen im Wasser des Neptunbrunnes.