Fachtag "Sehen im Alter"

Der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV) hat in Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zur 2. Fachtagung „Sehen im Alter“ für den 7. und 8. Juli 2017 nach Bonn in das Gustav-Stresemann-Institut eingeladen.
Der Einladung sind etwa 120 Teilnehmer, so auch ich, als Landesseniorenbeauftragter unseres Vereins, mit einer großen Erwartungshaltung gefolgt. Die Tagesordnung versprach eine sehr interessante Fachtagung zu werden, vor allem da der größte Teil unserer Mitglieder, wie auch in den anderen Landesverbänden, sich im höherem Lebensalter befinden und für die Arbeit mit ihnen, richtungsweisende Impulse geben kann.

Die zweite Fachtagung stellt den Präventionsgedanken in den Mittelpunkt und will die Politik für das Thema sensibilisieren und gewinnen. Dazu gaben Renate Reymann, Präsidentin des DBSV Theresia Rohde, von der BZgA und Franz Müntefering, Vorsitzender der BAGSO, mit ihren Grußworten eine gute Einleitung in den Erfahrungsaustausch.

Ich möchte an dieser Stelle nur zwei der zahlreichen und sehr interessanten Referate, die gehalten wurden, hier nennen. Ein Referat befasste sich mit der Bedeutung der Sehbehinderung bei der Bestimmung des Pflegegrades, ein anderes mit der der Versorgungssituation in Seniorenheimen, neuen Ansätze und gesundheitspolitischen Möglichkeiten.
In der anschließenden Diskussion kam sehr deutlich zum Ausdruck, dass in den Senioreneinrichtungen dem Sehen als Faktor des Wohlfühlens, immer noch unzureichend Aufmerksamkeit geschenkt wird. Das betrifft sowohl die fachärztliche Versorgung, als auch die spezielle Betreuung  und nicht zuletzt die Beleuchtungssituation

Zu letzterem, Beleuchtung, als ein wesentlicher Aspekt der Low Vision Rehabilitation gab uns Fritz Buser (Dipl. Augenoptiker) sehr eindrucksvoll, wichtige Hinweise.

Für mich ganz besonders interessant war am Abend, der Markt der Begegnung mit Postern. An Hand dieser Poster wurden von den Aktören, Initiativen, Projekte, Forschungsvorhaben, Aktionen und Modelle vorgestellt, die Möglichkeiten für eine bessere Versorgung aufzeigen, um  die Situation blinder und sehbehinderter Menschen in Senioreneinrichtungen zu verbessern.

Ich fand, in der Fachtagung herrschte eine von gegenseitiger Achtung getragene Atmosphäre. Zudem war es eine sehr offene Diskussion, die sich nicht zuletzt in der Vorstellung der Ergebnisse aus der Arbeit in den Workshops widerspiegelte.

Mein persönlicher Eindruck ist, dass die Fachtagung eine sehr wichtige, richtungsweisende und impulsgebende Veranstaltung war. Der erarbeitete Aktionsplan für die Jahre bis 2022 sollte auch in der Arbeit der Landesverbände, die ihm gebührende Beachtung finden. 

Ich möchte den DBSV danken für die gute Vorbereitung und Organisation und freundliche Betreuung.

Bernd Uhlig
Landesbeauftragter für Senioren des BSVMV