Blinde testen Seniorenheime

Entspannte Atmosphäre: Nicole Rumler führte Ines Westphal, Meike Brauer, Klaus Klinke und Dana Pahl (v.l.) durch das Haus.

Foto: Entspannte Atmosphäre, Nicole Rumler führte Ines Westphal, Meike Brauer, Klaus Klinke und Dana Pahl (v.l.) durch das Haus.

Klaus Klinke ist zufrieden. Der Schweriner Gebietsgruppenvorsitzende des Blinden- und Sehbehinderten-Vereins Mecklenburg-Vorpommern hat gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Ines Westphal, Mitarbeiterin Meike Brauer und Dana Pahl vom Haus der Begegnung das Sozius Alten- und Pflegeheim "Haus am See" in der Weststadt auf Behindertenfreundlichkeit getestet und für gut befunden.

"Wir machen das das erste Mal in Schwerin, und ich kann zusammenfassen: Der Auftakt ist gelungen", schätzt der selbst sehbehinderte Klaus Klinke ein. Es gäbe einige Punkte im Objekt, die für Blinde und Sehbehinderte noch optimiert werden könnten, aber das Gesamturteil sei positiv.

Angesichts der Zunahme der Zahl von Sehbehinderten in der älteren Generation hatte die Sozius Pflege- und Betreuungsdienste gGmbH den Blinden- und Sehbehindertenverein eingeladen, das "Haus am See" in der Johannes-Brahms-Straße und das Augustenstift in der Feldstadt speziell unter dem Aspekt der Eignung für diese Bevölkerungsgruppe zu testen. "Es gibt eine Check-Liste vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband für öffentliche Einrichtungen, die wir unserer Prüfung zu Grunde gelegt haben", so Klinke. "Sie beginnt mit dem Außenbereich und der Frage, ob der Haupteingang gut erkennbar und barrierefrei erreichbar ist."

Sozius-Mitarbeiterin Nicole Rumler begrüßte die kleine Gruppe um Klaus Klinke schon vor der Tür. Gemeinsam verständigte man sich über die Zielpunkte, die besonders unter die Lupe genommen werden sollten. Dann ging es los: Der Kontrollgang führte durch den Empfangsbereich zum Fahrstuhl, aber auch die Treppen und Flure wurden inspiziert. Dann schaute sich die Gruppe in den Gemeinschafts- und auch in Privaträumen der Bewohner um, bevor gemeinsam ausgewertet wurde. Doch Klinke und seine Kollegen hatten nichts auszusetzen, sondern nur kleine Bemerkungen, etwa zu den Bedientafeln des Fahrstuhls oder zum Zugang der Sehbehinderten zu Informationen. "Wir sind Partner und deshalb für jeden Hinweis sehr dankbar", sagte Nicole Rumler. Deshalb sei der Blinden- und Sehbehindertenverein eingeladen, auch andere Sozius-Einrichtungen zu testen.

Schweriner Volkszeitung 20. Juni 2013